Auszug aus der Mundaka-Upanishad, Teil III, Vers 1
„Wie zwei goldene, in engster Freundschaft auf ein und demselben Baum thronende Vögel wohnen das Ego und das Selbst in demselben Körper. Das Erstere isst die süßen und sauren Früchte vom Baum des Lebens, während das Letztere innerlich losgelöst zusieht.
Solange wir meinen, wir seien das Ego, fühlen wir uns anhaftend gebunden und verfallen in Kummer. Aber werde inne, dass du das Selbst bist, der Herr des Lebens, und du wirst gewisslich von Kummer befreit.
Sobald du dessen innewirst, dass du das Selbst bist, die höchste Quelle des Lichts, die höchste Quelle der Liebe, transzendierst du die Dualität des Lebens und trittst in den Vereinigungszustand ein.
Der Herr der Liebe leuchtet in den Herzen aller. Ihn in allen Kreaturen sehend, vergessen die Weisen sich selbst im Dienste aller. Der Herr ist ihre Freude, der Herr ist ihre Erholung; so wie sie sind die den Herrn Liebenden.
Durch Wahrhaftigkeit, Meditation und Selbstkontrolle kann man in diesen Zustand der Freude eintreten und das Selbst in einem reinen Herzen leuchten sehen.
…“
Zitiert aus „Die Upanischaden“, eingeleitet und übersetzt von Eknath Easwaran, 11. Auflage, Goldmann Verlag, Seite 161

